Wos Guads vor Ort

Rallye-Station-18-372

STATION #18

Frage: Welche Bedeutung hat ein Moor für das Klima?

Antwort:  Moore binden große Mengen Treibhausgas und mindern, wenn sie intakt sind, die Folgen des Klimawandels.

Das Moor

Ein Moor ist ein Gebiet, in dem die Erde ständig nass ist. Weil der Boden immer wie ein nasser Schwamm mit Wasser vollgesogen ist, können dort nur bestimmte Pflanzen und Tiere leben. Es gibt kaum Tiere, die im Moorboden selbst leben. Aber es gibt viele Insekten, zum Beispiel Schmetterlinge, Spinnen oder Käfer.

Ein Moor wächst – jedes Jahr ein paar Millimeter – durch abgestorbene Pflanzenreste. Diese Pflanzenreste werden im wassergesättigten Milieu nicht vollständig zersetzt, es bildet sich Torf. Über Jahrtausende wird so mit dem im Moor eingelagerten organischen Material Kohlenstoff festgelegt.

Im Moor herrscht ständiger Wasserüberschuss. Der ständig feuchte Boden ist sauerstoffarm und abgestorbene Pflanzen können nur unvollständig zersetzt werden. Statt Humus entsteht dabei Torf. 

Ein Moor hat eine Torfschicht von mindestens 30 cm Mächtigkeit und der Torf besteht zu mindestens 30 % aus organischer Substanz.

Das Moor & das Klima

Die Bedeutung von Mooren für den Klimaschutz ist erheblich. Weltweit speichern Moore in ihrem Torf sogar mehr Kohlenstoff als Wälder. In Deutschland gibt es etwa 18.000 Quadratkilometer Moorböden, das sind etwa fünf Prozent der Landesfläche. 
 
Doch Moore sind weltweit gefährdete Lebensräume. In Deutschland ist der Großteil der ursprünglich vorhandenen Moore trockengelegt. Mehr als 90 Prozent der Moorflächen wurden entwässert, um Torf zu stechen und Land- und Forstwirtschaft zu ermöglichen. Ihre natürlichen Funktionen können sie dadurch nicht mehr erfüllen.
 
Und die Trockenlegung von Mooren hat erhebliche Folgen für das Klima. Wenn der Torf trocknet, wird Kohlendioxid freigesetzt. Auch geringe Mengen des Treibhausgases Lachgas entweichen.
Wegen ihrer Bedeutung gibt es seit langem Bemühungen zum Schutz von Mooren. Bereits seit 1971 gibt es zudem den Welttag der Feuchtgebiete, jährlich am 2. Februar. Er dient dazu, auf die Bedeutung dieser Lebensräume aufmerksam zu machen.
 

Mariensteiner Moore

Von Marienstein bis Reichersbeuern befinden sich mehrere, von Wald umgebene, Flecken Moor, großenteils Niedermoore, aber Streuwiesen (Herbstmahd) und Hochmoore. „Die Mariensteiner Moore zählen zu den herausragenden Moorkomplexen im
voralpinen Moor- und Hügelland und sind ein wichtiger Trittstein im europäischen Biotopverbund Natura 2000″, (Regierung Oberbayern, Bayerische Forstverwaltung). 

In 2009 hat die Gemeinde zusammen mit dem Landkreis Miesbach mit der Renaturierung des nördlich von Marienstein gelegenen Sarreiter Moores begonnen. Das zwei Quadratkilometer große Moor mit seiner Pflanzenvielfalt gehört zu den schönsten und bedeutsamsten Feuchtgebieten im Landkreis Miesbach. (Quelle Merkur online, 19.1.2009)

Unsere Moore verdanken ihre Entstehung dem Isargletscher. Er ist in den Eiszeiten mehrfach über das Isartal vorgestoßen und hat das Gaißacher Becken ausgehobelt, das bei Reichersbeurern einst 170 m tief war. Hier floss möglicherweise die Ur-Isar über Reichersbeuern und Schaftlach zum Kirchsee. 

Mit dem Rückzug des Eises wurde das Becken verfüllt und es entstand eine an Bächen, Quellen und Mooren äußerst vielfältige Landschaft.

Definition

Hochmoor

Hochmoore entstehen, wenn es über das ganze Jahr hinweg viel regnet. Hochmoore können deshalb auch „Regenwassermoore“ genannt werden. Ihren Namen „Hochmoor“ haben sie durch die gewölbte Oberfläche, die aussehen kann wie ein kleiner Bauch.

Da Hochmoore ihr Wasser vom Niederschlag erhalten, sind sie extrem arm an Mineralsalzen. Das macht es Bäumen fast unmöglich, dort zu wachsen und wenn, dann bleiben sie sehr klein. Der pH-Wert in einem Hochmoor liegt zwischen 3 bis 4,8 und ist damit sehr niedrig bzw. sehr sauer, fast wie Essig.

Der hohe Wasserstand verhindert eine Belüftung der Bodenoberfläche, so dass kaum eine Zersetzung der Pflanzenreste erfolgt. Es entsteht Torf. Der Torfkörper wächst über Jahre und Jahrhunderte immer weiter in die Höhe (etwa 1 mm pro Jahr!).

Es gibt nur sehr wenige Hochmoore

 

 

Definition

Niedermoore

Niedermoore nehmen ihr Wasser vor allem aus dem Untergrund. Das ist dort der Fall wo es beispielsweise einen See gab. Es kann sein, dass Wasser im Untergrund in das Moor fließt, zum Beispiel durch eine Quelle. Niedermoore werden auch „Flachmoore“ genannt.

Niedermoore können, müssen aber nicht sauer sein, ihr pH-Wert hängt vom pH-Wert des darunterliegenden Gesteins ab. Die schwach sauren oder basischen Moore sind nährstoffreich und der Pflanzenbewuchs ist entsprechend reichhaltig, sowohl was die Anzahl als auch was die Artenvielfalt angeht. Es können sogar Wälder (Bruchwälder) auftreten.

 

Quellen:

https://www.anl.bayern.de/publikationen/spezialbeitraege/doc/lsb2009_2_006_droesler_moore_und_klima.pdf

Europäisches Naturerbe Natura 2000
„Attenloher Filzen und Mariensteiner Moore“
FFH-Gebiet 8235-371
Runder Tisch zum Entwurf des Managementplan (PDF)

https://www.naturefund.de/en/article/news/moore_faszinierende_landschaft_mit_co2_effekt?gclid=Cj0KCQjworiXBhDJARIsAMuzAuz3F3AoaZ_6Zsan4rWq1CgiNkoAmv6XiTNJds28j3m2UjIXDBp1GYoaAhIuEALw_wcB

http://www.moorzikaden.uni-oldenburg.de/was_sind_hochmoore.html

https://www.lfu.bayern.de/natur/natura2000_managementplaene/8027_8672/index.htm?id=8235_371 (Landkarte)

https://www.outdooractive.com/de/protected-area/fauna-flora-habitat-gebiet/attenloher-filzen-und-mariensteiner-moore/9023447/ (Landkarte)