Wos Guads vor Ort

Rallye-Station-15-197

STATION #15

Frage: Was ist der Unterschied zwischen einem Ochsen, Stier, Hornochsen und Bullen?

Antwort: Ein Ochse ist kastriert. Stier und Bulle sind das Gleiche, sie sind nicht kastriert. Hier bei uns sagt man Stier.  Ein Hornochse ist ein Schimpfwort, das ist keine Tierrasse.

Lösungsbuchstabe(n):  T

Piemonteser Rinder

  • alte Rasse aus Nordwestitalien, das Kerngebiet der Zucht liegt südlich von Turin in der Landschaft von Altpiemont.
  • Das Fell ist kurzhaarig, einfarbig weiß-gelblich gefärbt und weißlich grau meliert. Schwanzquaste, Ohrmuscheln, Hornspitzen, Augen, Nase, Maul und Klauen sind dunkel pigmentiert. Die männlichen Tiere sind meist dunkler im Fell.
  • Die Kälber kommen dunkel-weizenfarben zur Welt und färben dann mit ca. 3 Monaten um.
  • Wie die meisten alten Rassen, waren die Piemonteser auch eine Dreinutzungsrasse (Fleisch, Milch, Arbeit) und wurden dann später hauptsächlich auf Fleisch gezüchtet
  • Mittelrahmiger, langgestreckter Rumpf, sehr plastische Bemuskelung
  • Trotz feinem Knochenbau robust, unempfindlich und langlebig
  • Anspruchslos im Futter, gute Futterverwerter, auch intensive Mastverfahren möglich
  • Außergewöhnliche Ausschlachtergebnisse (68 – 72 %)
  • überdurchschnittliche Fleischwertkategorien (Braten- und Steakfleisch)
  • sehr mageres, zartes und aromatisches Fleisch durch den geringen Bindegewebs-und Fettanteil; feinfaserige Fleischstruktur mit großen Anschnittflächen
  • im Piemont wird es auch Fassona Rind genannt (die ausgeprägten Muskelfasern: „fasce muscolari“ werden im piemonteser Dialekt „fassona“ gesprochen.

Seit 15. Dez. 1910 findet jedes Jahr im Dezember im kleinen piemontesischen Dorf Carrù ein sehenswertes traditionelles Fest des Bue Grasso (fetter Ochse) statt. Hier wird der schönste und dickste Ochse des Fasson Piemontese gekürt.

Der Tratherer Hof

Auf boarisch:  Drodara (das o wird als längerer Laut zwischen a und o ähnlich wie im englischen „wall“ ausgesprochen.

Bedeutung: Es kommt nicht, wie man erst meinen möchte von Draht bzw. bayerisch Drod, sondern früher sagte man wohl zu etwas Umzäunten oder Eingezäunten, „a Drod“

Der Tratherer Hof wird von Afra und Johann Schnitzenbaumer bewirtschaftet. Zu den Schnitzenbaumers gehört der Hof noch gar nicht so lange, nämlich erst seit 1948 als der Urgroßvater von Johann Schnitzenbaumer den Hof von der kinderlosen Fam. Kellermann kaufte.  1999 ging die letzte Milchkuh aus dem Stall und es waren nur im Winter Jungrinder von anderen Bauern eingestellt.

Die jungen Schnitzenbaumers wollten dann wieder eigene Rinder züchten. Die Flächen werden wieder selbst bewirtschaftet und die Rinder leben in einer artgerechten Mutterkuhherde. Es leben verschiedene Rassen in der Herde aber Hauptaugenmerk liegt auf einer alten italienischen Fleischrasse, den weißen Piemontesern. Im Sommer ist auch noch einiges an Geflügel am Hof, wie Gänse, Puten oder Masthähnchen. Das Fleisch von ihren Tieren vermarkten die Schnitzenbaumers selbst.

Der Hof wird extensiv bewirtschaftet, es laufen einige Programme des Kulturlandschaftsprogramms (späterer Schnittzeitpunkt bei bestimmten Wiesen, Hag, Obstgarten), außerdem wird der Tratherer Hof heuer noch nach dem ökologischem Landbau  zertifiziert.