Wos Guads vor Ort

Rallye-Station-13-965

STATION #13

Frage: Hier wächst ein Baum/Strauch vor dem man der Legende nach den Hut ziehen sollte. Wisst ihr welcher das ist?

Antwort:  Der Holunderbusch ist hier gemeint

Lösungsbuchstabe(n):

Die Legende

Der Holunder war schon den Steinzeitmenschen als Nahrungsmittel bekannt.

Er galt seit jeher als heilige Pflanze, als ein mächtiger Pflanzengeist und auch als ein Zauberbaum. Man pflanzte ihn früher in jedem Bauerngarten, um gute Hausgeister anzuziehen.

Er war als Lebensbaum, als ein Baum der Ahnen, und als ein Tor in die Anderswelt angesehen. Zudem sollte darin der Hausgeist wohnen, der Haus und Hof beschützt.

Daher und aufgrund seiner großen Heilkräfte ging man mit Ehrfurcht an ihm vorbei, mit Respekt :
 „Vor dem Holunder sollst du den Hut ziehen“.

Der Holunder galt als eine Art Allheilmittel, man verwendete nahezu alle Pflanzenteile von ihm. Heutzutage nimmt man nur noch die Blüten und die schwarzen Beeren zu Heilzwecken heran.

Es gibt viele beliebte Holunder-Rezepte, wie z.B. Sirup, Marmeladen, Tees, Kücherl, aber auch Salben.

Der Keilshof

Landwirtin und Erlebnis-Bäuerin Hanni Schmotz-Schöpfer erzählt:  „Der Hof ist mehrere hundert Jahre alt, leider nicht datiert.
Hier leben 3 Genrationen auf dem Hof. Die Schwiegereltern und wir mit den 4 Kindern. Wir haben einen Milchviehbetrieb (Fleckvieh) – verkaufen unsere Milch an die Molkerei Gropper-Bio (also UNSER LAND Bio Milch). Zur Herkunft des Namen haben wir keine Infos, genauso wenig darüber, die wievielte Generation diesen nun betreibt. Leider. Wir haben natürlich auch Hühner auf dem Hof, zudem Hasen, Fische und eine Wasserschildkröte“.

Erlebnisbäuerin Johanna Schmotz-Schöpfer hat euch ein PDF mit Rezepten und Tipps zum Holunder zusammengestellt: 

Bitte um etwas Geduld, wir stellen euch das PDF zum Download alsbald hier zur Verfügung. 

Wer das PDF mit den Rezepten und Tipps zum Holler jetzt schon möchte, schickt uns eine Email an mail@wosguadsvorort.de.

Das Märchen von „Frau Holle“

Der Holler, so sagen Bayern und Österreicher zum Holunder. Alle kennen Frau Holle aus dem Märchen der Brüder Grimm. Einem alten Mythos nach symbolisiert Frau Holle die Große Göttin, das Symbol der weiblichen Kraft oder auch die Mutter Erde.

Wo kann Frau Holle anders wohnen als in einem Hollerbusch? Ein prachtvoller Holunder steht neben einem Brunnen auf der Wiese bei der Grimmwelt in Kassel. In diesem Museum, den Brüdern Grimm gewidmet, können Märchen erlebt werden. Was für ein fantastischer Ort, um das Märchen von Frau Holle zu erzählen. Und hinterher werfen alle einen Blick in den Brunnen. Aber bitte nicht hineinsteigen! Lässt Frau Holle es von hier aus schneien? Vielleicht sind gar die weißen Blüten, die Doldenrispen, ihre Schneeflocken?

In alter Zeit eine germanische Baumgöttin

Im germanischen und keltischen Volksglauben zeigt der Holunder-Busch, der manchmal doch ausschaut wie ein Baum, die Grenze zwischen Mittel- und Unterwelt. Zwerge, Kobolde und andere gute Hausgeister haben durch den Holunder Zugang zum unterirdischen Lichtreich der Frau Holle. Die wiederum wacht dort über die Seelen der Toten und der ungeborenen Kinder. So kommt es, dass einst die Menschen glaubten, der Holunder würde ihnen Schutz bieten vor allem Bösen.

Frau Holle war eine germanische Mutter- und Baumgöttin. Als solche beschützte sie Pflanzen, Tiere, Haus, Hof, Mensch und Vieh gegen dunkle Mächte, böse Geister, Feuer, Blitzschlag, schwarze Magie und Hexen. Sie herrschte auch über das Wetter und konnte mit ihrer Macht eine gute Ernte und somit Wohlstand bringen. Die Göttin sollte gar die Macht besitzen, über Geburt und Tod zu entscheiden. Daher wurde sie früher häufig mit Milchopfern oder Brot und Bier verwöhnt.

Und weil Frau Holle mit dem Holunderstrauch gleichgesetzt wurde, wurden dem Busch in alter Zeit viele nützliche Eigenschaften nachgesagt.

  • Man glaubte, ein Holunderbusch würde schwarze Magie und Hexen abwehren.
  • Man glaubte, er würde vor Feuer und Blitzeinschlag schützen.
  • Unter einem Holunderbusch sollte man vor Schlangenbissen und Mückenstichen sicher sein.
  • Man glaubte, ein Holunderbusch würde wohlgesinnte Hausgeister beherbergen, weshalb der Strauch in vielen Hausgärten stand und heute noch steht.
  • Man glaubte, dass man keinesfalls einen Holunderbusch aushacken oder fällen durfte – das würde dem Übeltäter und seiner Familie, ja dem ganzen Dorf, großes Unglück bringen! Nur Witwen und Kinder durften einen Holunderbusch fällen. Ja, eine alte Bauernweisheit besagt sogar: Willst du aus dem Leben scheiden, tue den Holunder schneiden und noch aus dem 18. Jahrhundert wird berichtet, dass Menschen den Busch um Verzeihung baten, wenn sie ihn beschneiden mussten.
  • Aus dem Holz des Holunders wurden die Riegel für Ställe geschnitzt.
  • Junge Frauen nutzen den Busch auch als Liebesorakel .
  • Und wer Holunderkuchen aß, würde am weitesten über das Sonnwendfeuer springen.
  • Man erzählte sich auch, der Holunder suche die Nähe des Menschen. In der Tat wächst der Busch am liebsten im Schutze von Scheunen, nah bei den Häusern. Er wächst auch an Wiesen- und Waldrändern sowie entlang von Bahngeleisen.
  • Man glaubte, ein Holunderbusch, der verdorrt, zeigt den Tod eines Familienmitglieds an.
  • Und wird ein Haus verlassen, an dem der Holler wächst, so verkümmert er .
    So wird es auch heute noch mancherorts behauptet…

Holler Rezepte

Die Blüten des Holunders haben einen äußerst feinen Geschmack und man kann sie vielseitig einsetzen. Zum Verarbeiten schneiden Sie die Holunderblüten (Dolden) ab und lassen Sie diese eine halbe Stunde im Schatten auf einem feuchten Tuch liegen, damit kleine Insekten die Chance haben rauszukrabbel.

In den schwarzen Holunderbeeren sind große Mengen an Vitaminen, besonders Vitamin C. In roher Form sollte man die Beeren nur wirklich vollkommen ausgereift und dann auch nicht zu viele davon essen, da darin das schwach giftige Sambunigrin enthalten ist.

Im gekochten Zustand kann man aus den Beeren aber viele schöne Sachen herstellen, vor allem natürlich den Holunderbeerensaft.

 Ein Holunderbeerensaft

Entfernen Sie von 1000 g Beeren die Stiele, das ergibt ca. 750 g reine Beeren. Geben Sie 1000 ml Wasser und 100 g braunen Zucker sowie den Saft zweier Zitronen dazu. Alles miteinander erhitzen und absieben, dann in Flaschen füllen. Bei kühler Lagerung ein Jahr haltbar.

 

Ein Holunderbeerentee

Geben Sie einen Esslöffel der Holunderbeeren in eine Tasse kochendes Wasser und lassen Sie dies 10 Minuten ziehen, dann absieben. 

Ein Holunderblütenfußbad

Nehmen Sie 50 g frische Holunderblüten, die Sie in einen Liter heißes Wasser geben, dann eine viertel Stunde ziehen lassen, danach absieben und für ein Fußbad verwenden.

 

Ein Schönheits-Tee

Sie brauchen dazu jeweils 20 g Holunderblüten, Fenchelsamen, Goldrutenkraut, Kamillenblüten und Löwenzahnwurzel mitsamt des Krautes. Den Fenchel zermörsern und mit den anderen Heilkräutern vermischen.

Geben Sie für eine Tasse Tee einen Esslöffel der Teemischung in 1/4 l kochendes Wasser. Dann zehn Minuten stehen lassen und dann absieben. Trinken Sie 3 Tassen des Tees jeden Tag.

 

Holunderbeerenlikör

Hierfür werden 2 kg der reifen Holunderbeeren entsaftet. Diesen Saft lässt man mit Zucker aufkochen, schmeckt dies ab, gießt es mit 54%igem Rum auf und füllt es zuletzt in Flaschen.

 

Holunderblättertee

Hierfür nimmt man 2 TL getrocknete junge Holunderblätter und übergießt diese mit einer Tasse siedendem Wasser. Dies lässt man 5 Minuten ziehen und kann es anschließend abseihen. Zur Entgiftung, Entschlackung, um die Nierentätigkeit zu stimulieren, sowie um das Immunsystem zu stärken trinkt man pro Tag 2 bis 4 Tassen von diesem Tee.

Holunderessig

Hierfür werden 700 ml Weißweinessig und einige frische Holunderblüten in ein Glas gegeben. Dieses wird verschlossen und 14 Tage an einen sonnigen Platz gestellt. Anschließend abseihen, in Flaschen abfüllen und gekühlt aufbewahren.

Holundermilch

Hierfür bringt man zwei Tassen Milch mit zwei Blütendolden fast zum Kochen und lässt dies ziehen. Anschließend abseihen und mit Vanille, Ingwer und Zimt würzen.

Holunderkücherl

Hierfür nimmt man 16 bis 20 frisch gepflückte Blütendolden, spült diese kurz mit Wasser ab und lässt sie anschließend gut abtropfen. 4 Eiweiße werden zu Schnee geschlagen und mit 125 g Puderzucker vermischt. Anschließend werden darunter 175 g Mehl gehoben. Danach 500 ml Milch, 4 Eigelb, 1 Prise Salz, sowie 1 Päckchen Vanillezucker unterziehen. Die frischen Dolden werden in den Teig getaucht und anschließend 4 bis 5 Minuten in sehr heißem Fett ausgebacken, bis sie eine goldgelbe Farbe haben. Zuletzt bestreut man die Kücherl mit Puderzucker.

Holundersuppe

Hierfür wäscht man 750 g Holunderbeeren und gibt sie in einen Topf, wo sie mit Wasser bedeckt werden. Dort lässt man sie ungefähr eine halbe Stunde dünsten. Anschließend gießt man sie durch ein Sieb in einen anderen Topf ab. Dann werden die Beeren passiert, mit 2 EL Zucker und 1 EL Zitronensaft vermischt und in die Suppe gegeben. Anschließend einen Apfel schälen und in dünne Scheiben schneiden, die man der Suppe zugibt und weich kocht. Man gibt noch 200 ml Weißwein in die Suppe und rührt 1 EL Speisestärke unter. Die Suppe lässt man noch 5 Minuten köcheln und gibt zuletzt noch 125 g Schmand hinzu. Sie schmeckt mit Croutons, ist aber auch mit Quarkklößchen als Einlage vorzüglich.