Wos Guads vor Ort

Rallye-Station-10-139

STATION #09

Frage:   Welche Komponenten in der Milch sind bei der Milch preisentscheidend?

a) Calcium Gehalt

b) Fett Gehalt

c) Eiweiß Gehalt

d) Milchzucker Gehalt

Antwort:  b)  und c) sind richtig

Milch ist nicht gleich Milch

Es gibt Rohmilch, „traditionell hergestellte“ Milch, „länger haltbare“ Frischmilch und H-Milch. Wer Milch mit vollem Geschmack bevorzugt, sollte zu frischer Vollmilch greifen. Ihr Fettgehalt von 3,5 bis 4,2% sorgt für den typisch cremigen Geschmack auf der Zunge.

Der Milchpreis

Kuhmilch besteht hauptsächlich aus Wasser, Fett, Eiweiß und Milchzucker. Zudem aus Mineralstoffen und Vitaminen. Für Milchbauern entscheidend beim erzielten Preis pro Liter Rohmilch ist unter anderem der Fett- und Eiweißgehalt. „4,5 Prozent Fett und 3,5 Prozent Eiweiß wären eine Traum“, sagt Marinus Sappl vom Kolbhof in Berg bei Schaftlach. „Jeder Zehntel Prozentpunkt ist quasi Geld wert.“

Ihre Preise berechnen die deutschen Molkereien pro Kilogramm Milch (1 Liter entspricht 1,02 bis 1,03 kg) bei 4,2 % Fett und 3,4 % Eiweiß netto ab Hof. Im Jahr 2020 lag der bundesdeutsche durchschnittliche Milchpreis bei 32,84 Ct/kg konventionell erzeugter Milch. Der ökologisch/biologische Milchpreis erreichte im Jahr 2020 eine Höhe von 48,29 Ct/kg. 

Momentan hat der konventionelle Milchpreis den Öko-Preis überraschender Weise überholt und liegt bei  54 Ct/kg (Öko 53 Ct/kg).

Um diese Zuschläge zu bekommen, müssen Milchviehbetriebe alle Belege, ob Futtermittel- oder Tierarztrechnung, für externe Prüfungen vorweisen können. Bei jeder Abholung prüft der Transportwagen der Molkerei die Milch zudem auf Hemmstoffe (Rückstände von Arzneimitteln). Ist die Milch damit belastet, wird sie nicht mehr abgeholt bis keine Rückstände mehr nachzuweisen sind – in der Regel ist das wenige Tage später der Fall.

Die Hage rund um den Raßhof

Frische Milch ab Hof gibt‘s beim Brandhof, Fam. Pichler, in Riedern 5, bitte eigenes Glasgefäß mitbringen – nur zur Stallzeit tägl. 16:30 bis 18 Uhr (Milch vor Verzehr abkochen!)

Der Raßhof

 Das Anwesen Raßhof ist erstmals 1361 im Stiftbuch des Klosters Tegernsee genannt. Erst Mitte des 19. Jahrhunders wid der Raßhof zur Gemeinde Schaftlach gezählt. 

Anfangs 15. Jahrhunderts konnten sich einige Bauern von der Herrschaft des Klosters befreien, so auch der Raßhof. 

Eine Besonderheit

Im Stiftbuch des Klosters Tegernsee von 1569-1578 sind zwei Personen als Besitzers Raßhof eingetragen, nämlich Vater und Sohn „Rashoffer“. 

Im Jahr 1890 übernahm die Familie Weindl den Hof , den sie noch heute bewirtschaftet. Drei Generationen leben auf dem Hof.

Zum Anwesen gehört auch die St. Sylvester, eine kleines Freikircherl, achteckiger barocker Zentralbau mit schindelgedechter Kuppel und zentralem Zwiebeldachreiter. 

Anna und Anian Weindl

sind mit 73 Milchkühe und Jungvieh einer der größeren Bauern in unserer Gemeinde. Sie bewirtschaften im Vollerwerb. 2017 hat man einen neuen modernen Laufstall gebaut. 

Die Weindls liefern ihre Milch an Bergader. Anian ist der Vorsitzende einer Genossenschaft mit über 50 Bauern und handelt mit der Molkerei die Verträge im Namen der Bauern aus.