Wos Guads vor Ort

Rallye-Station-01-379

STATION #01

Frage: Welche Art der Landwirtschaft ist typisch für den Landkreis Miesbach?  

Antwortkleinstrukturierte familiengeführte Betriebe sind typisch bei uns

Lösungsbuchstabe(n): Z

Definition

Eine allgemeingültige Definition gibt es nicht, aber im Allgemeinen sind Betriebe mit einer landwirtschaftlichen Fläche von ca 5-10 Hektar kleinstrukturierte Betriebe.

Die Landwirtschaft im Miesbacher Oberland ist geprägt von vielen dieser kleinen familiengeführten Betrieben, die sich dem marktgetriebenem Wachstumszwang oft mit pfiffigen Konzepten (zB. Diversifizierung) entgegenstemmen. Viele unserer Betriebe werden im Nebenerwerb bewirtschaftet.

Größe

Im Schnitt sind es in Bayern rund 40 Tiere pro Hof, in der Alpenregion Tegernsee-Schliersee sogar nur rund 25 Tiere pro Bauernhof. In Waakirchen haben wir derzeit 72 landwirtschaftliche Betriebe laut Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) Miesbach. Leider werden es seit Jahren kontinuierlich immer weniger.

Die Tiere, hauptsächlich sind das Rinder, sind bei uns überwiegend von Mai bis Oktober auf der Weide, fressen Heu und Gras.  Diese kleinstrukturierte familiengeführte Landwirtschaft ist sehr wichtig für den Erhalt der Kulturlandschaften in unserem Landkreis. Unsere Bauern kümmern sich um Wiesen, Hage, Wälder,  Moore in und um unsere Gemeinde herum. 

Unsere Landwirte, die an 365 Tage im Jahr für den Erhalt Ihrer Betriebe arbeiten, produzieren Lebensmittel in einer Qualität, die in der ganzen Welt geschätzt und nachgefragt werden, und sind trotz der höchsten Tier- und Umweltstandards unter Weltmarktpreisbedingungen noch wettbewerbsfähig. Respekt !!!

Effizienz

Auf den ersten Blick scheinen kleinbäuerliche Betriebe ineffizient und für die moderne Landwirtschaft irrelevant. Doch um ihre Nahrungsmittel zu produzieren, benötigen die kleinbäuerlichen Betriebe nur 25% der weltweit in der Landwirtschaft verbrauchten Ressourcen – einschließlich Land, Wasser oder fossiler Brennstoffe.

 [ https://www.eurac.edu/de/blogs/agriculture/die-vielfaeltigen-leistungen-kleinbaeuerlicher-familienbetriebe ]

Vergleich

Was machen Kleinbäuer*innen besser als Großbetriebe? Vergleicht man in einem Land Bauernhöfe mit ähnlichen Agrarumweltbedingungen, dann weisen kleine bis mittlere Betriebe höhere Erträge auf als größere Betriebe, bei gleichzeitig viel geringeren Auswirkungen auf die Umwelt.

Ein geringerer Einsatz von Betriebsmitteln, zum Beispiel von Pestiziden, bedeutet, dass Kleinbetriebe im Vergleich zu Industriebetrieben weniger negative Auswirkungen auf die biologische Vielfalt haben. Tatsächlich spielen sie eine wichtige Rolle bei der Erhaltung und Verbesserung der biologischen Vielfalt.

In einer kleinstrukturierten Landwirtschaft werden zahlreiche Lebensräume geschaffen und gepflegt (zB Moore, Hage, Wälder), in denen einheimische Pflanzen und Tiere siedeln und wachsen können. Außerdem neigen Betriebe mit kleinen Parzellen eher dazu, die natürliche Landschaft zu akzeptieren, anstatt Hügel, Bäche oder andere Landschaftselemente „machienengerecht“ zu zerstören.

Unsere  Gebiete sind daher äußerst reich an biologischer Vielfalt, und durch die Fortführung traditioneller Praktiken tragen Kleinbauern dazu bei, diese Vielfalt zu erhalten.

Woidhauser Hof

Der Woidhauser Hof in Piesenkam

Der Woidhauser Hof ist kein Milchviehbetrieb, das Jungvieh, die Schafe und die Hühner werden als Nutztiere gehalten. Der schöne Hof, zu dem auch viel Wald und mehrere Mooswiesen gehören, wird in 6. Generation von der Familie Schwaighofer bewirtschaftet. Die Tiere werden ausschließlich mit Gras und Heu gefüttert. Es wird eine biologische, extensive Grünlandnutzung betrieben:

  • Die Mooswiesen (Magerwiesen ohne Düngung) mähen sie erst ab dem 01.07. jedes Jahres
  • Die feuchten Mooswiesen (Heiden) werden nur 1x im Jahr (ab September) gemäht und zur Einstreu für die eigenen Rinder und Schafe verwendet.

Einige Teilflächen der eigenen Wälder werden jedes Jahr durchforstet und bei Bedarf neu angepflanzt. Das Restholz wird gehächselt und die Hackschnitzel auf dem Hof gelagert, mit Luftkollektoren (Solar) getrocknet und anschließend verheizt. Und so schließt sich der sinnvolle Kreislauf.

Urlaub
auf dem Bauernhof

In der Gemeinde Waakirchen haben wir einige Bauernhöfe, für die Tourismus eine wichtige zusätzliche Einnahmequelle ist (Diversifizierung), zB.:  der Woidhauserhof in Piesenkam, der Hinterholzer Hof in Schaftlach-Hinterholz, Beim Baur’n in Krottenthal, Oberlinden in Riedern und der Brandhof in Riedern.

Programm Bienenwoche

Mittwoch 18.5., 18-20 Uhr

Woidhauser Hofführung

Familie Schwaighofer lädt uns auf ihren Betrieb ein, und zeigt welchen Beitrag die Landwirte zum Artenschutz und Klimaschutz leisten.